Vergleich zwischen Leo XIII. und „Leo XIV.”

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Leo XIII and Robert Prevost.

Als Robert Prevost zum „Papst“ gewählt wurde, wählte er den Namen „Leo XIV.“ und bezog sich damit eindeutig auf Leo XIII., der im 19. Jahrhundert Papst war.

Leo XIII. wurde 1810 unter dem Namen Gioacchino Vincenzo Raffaele Luigi Pecci geboren und regierte von 1878 bis zu seinem Tod in 1903 als Papst.

Wenn man sich Prevosts erste Enzyklika „Magnifica humanitas“ ansieht, könnte man den Eindruck gewinnen, Leo XIII. habe lediglich zwei Dokumente verfasst: „Rerum Novarum“ (1891) und „In Plurimis“ (1888).

„Rerum Novarum“ war eine Enzyklika über die Rechte der Arbeiter, ein Thema, mit dem die moderne Welt offensichtlich kein Problem hat. Bei der Erörterung der Arbeiterrechte stellte Leo XIII. die Dinge jedoch in einen übernatürlichen Zusammenhang. Ein Beispiel:

„Der Staat ist ferner den Arbeitern in mehrfacher praktischer Richtung einen Schutz schuldig, und zwar zunächst in Hinsicht ihrer geistigen Güter. Ist auch das irdische Leben fürwahr ein Gut, das aller Sorge wert ist, so besteht doch in ihm nicht das höchste uns gesetzte Ziel. Es hat nur als Weg, als Mittel zur Erreichung des Lebens der Seele zu gelten. Dieses Leben der Seele ist Erkenntnis der Wahrheit und Liebe zum Guten. In die Seele ist das erhabene Ebenbild des Schöpfers eingedrückt, und in ihr thront jene hohe Würde des Menschen, kraft deren er über die niedrigen Naturwesen zu herrschen und Erde und Meer sich dienstbar zu machen berufen ist.“ (RN 32)

Schließlich gibt es ein übernatürliches Ziel im Leben: den Himmel zu erlangen.

In „In Plurimus“ gratulierte Leo XIII. Brasilien zur Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888, verurteilte den „schändlichen Menschenhandel“ und forderte die „apostolischen Männer“ auf, „sich darum zu bemühen, herauszufinden, wie sie die Sicherheit und Freiheit der Sklaven am besten gewährleisten können“ (In Plurimus 18).

Es gibt noch einige weitere Zitate von und Verweise auf Leo XIII. in den Reden von Prevost. Leo XIII. hat jedoch weit mehr zu bieten als diese wenigen, aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate. Tatsache ist, dass der heiligmäßige Leo XIII. vieles geschrieben hat, was heute überhaupt nicht mehr gelehrt wird oder wovon das genaue Gegenteil gelehrt wird.

In diesem Artikel gehe ich auf einige seiner wichtigen Schriften ein und zeige, dass Prevost Leo XIII. nicht als sein Vorbild hat.

Die Ziele von Leo XIII.

In seiner Enzyklika über den Heiligen Geist, „Divinum Illud Munus“, umreißt Leo XIII. das, was er als die beiden Hauptziele seines Pontifikats bezeichnet:

„In Verfolgung dieses Ziels haben Wir uns bemüht, alles, was Wir während eines langen Pontifikats versucht und beharrlich durchgeführt haben, auf zwei Hauptziele auszurichten: erstens auf die Wiederherstellung der Grundsätze des christlichen Lebens in der bürgerlichen und häuslichen Gesellschaft, sowohl bei den Herrschern als auch bei den Völkern, da es für die Menschen kein wahres Leben gibt außer in Christus; und zweitens auf die Förderung der Wiedervereinigung derer, die entweder durch Häresie oder durch Schisma von der katholischen Kirche abgefallen sind, da es zweifellos der Wille Christi ist, dass alle in einer Herde unter einem Hirten vereint sein sollen.“ (Divinum illud munus 2)

In seiner Enzyklika „Octobri Mense“ über den Rosenkranz schreibt er: „Allgemein bekannt sind die Übel, die wir beklagen: der Krieg gegen die heiligen Dogmen, an denen die Kirche festhält und die sie weitergibt; Spott über die Integrität jener christlichen Moral, die sie bewahrt; Feindschaft, die mit dreister Unverschämtheit und krimineller Bosheit gegen Christus selbst erklärt wird, als ob das göttliche Werk der Erlösung selbst von Grund auf zerstört werden sollte – jenes Werk, das in der Tat keine feindliche Macht jemals gänzlich abschaffen oder zerstören wird.“ (Octobri mense 1)

Krieg gegen heilige Dogmen und Spott über die christliche Moral: Genau das ist in den letzten sechzig Jahren sehr häufig geschehen, und genau damit setzt Prevost fort.

Wie ein guter Hirte sorgte sich Leo XIII. um das ewige Heil der Menschen. In einer anderen seiner Schriften schrieb er: „Wir brauchen euch, ehrwürdige Brüder, nicht zu sagen, mit welcher Bitterkeit Unsere Seele erfüllt ist, wenn Wir die Gefahr sehen, die dem Heil so vieler Unserer geliebten Kinder droht. Und Unser Kummer ist umso größer, als es Uns unmöglich ist, diesem großen Übel mit jener heilsamen Wirksamkeit entgegenzutreten, die Wir uns wünschen und zu deren Einsatz Wir das Recht haben; denn ihr wisst, ehrwürdige Brüder, und die ganze Welt weiß, in welchen Zustand Wir geraten sind. Aus diesem Grund verspüren Wir ein noch größeres Verlangen, die Mutter Gottes anzurufen und sie um Hilfe zu bitten.“ (Vi e ben noto 3)

Leo XIII. über die Einheit der Kirche

Ein weiteres unterschätztes Dokument ist „Satis cognitum“ über die Einheit der Christen.

„Aus dem Gesagten geht eindeutig hervor, dass Jesus Christus ein lebendiges, beglaubigtes und ewig fortdauerndes Lehramt in der Kirche eingesetzt hat, das er mit seiner Vollmacht ausstattete, mit dem Geist der Wahrheit ausrüstete und durch Wunder bestätigte; und er hat gewollt und aufs nachdrücklichste eingeschärft, man solle die Vorschriften dieses Lehramtes aufnehmen, wie wenn es seine eigenen wären. Sooft folglich dieses Lehramt erklärt, diese oder jene Wahrheit gehöre zum Inhalt der von Gott geoffenbarten Lehre, dann hat jedermann fest zu glauben, dass dies wahr ist; könnte das jemals falsch sein, so würde daraus folgen, was ein offensichtlicher Widerspruch ist, dass nämlich Gott selber der Urheber des Irrtums im Menschen wäre. ‚Herr, wenn das ein Irrtum ist, so sind wir durch dich betrogen‘.[RICHARD VON ST. VIKTOR, De Trinit. lib. I cap. 2. PL 196, 891.] Ist demnach jeder Grund zum Zweifel ausgeschlossen, wie kann dann jemand auch nur eine einzige jener Wahrheiten verwerfen, ohne sich damit in offene Häresie hineinzustürzen, ohne sich von der Kirche zu trennen und mit dem einen Satz die ganze christliche Lehre zu verwerfen?

Aus der Natur des Glaubens folgt, dass nichts ihm so sehr widerspricht, als wenn man das eine glaubt und das andere verwirft. Die Kirche lehrt nämlich, ‚dass der Glaube … eine übernatürliche Tugend ist, durch die wir unter Anregung und mit Hilfe der Gnade Gottes seine Offenbarung für wahr halten, nicht wegen der natürlichen Vernunfteinsicht in den inneren Wahrheitsgehalt des Gegenstandes, sondern wegen der Autorität des offenbarenden Gottes selbst, der weder sich täuschen noch andere irreführen kann‘.[Vatikanisches Konzil, Sess. III cap. 3. Denzinger Nr. 1789.]“ (Satis cognitum 9)

Leo XIII. Zitiert außerdem eine antike christliche Schrift gegen die Arianer: „Es gibt nichts Gefährlicheres als diese Irrlehrer; über alles reden sie zwar tadellos, mit einem Wörtchen aber verderben sie, wie mit einem Tröpflein Gift, den reinen und unverfälschten Glauben an die göttliche und folglich auch an die apostolische Überlieferung“. (Satis cognitum 9)

Dem steht Prevost gegenüber, der in einer Rede im Januar anlässlich der „Gebetswoche für die Einheit der Christen“ erklärte: „Wir sind eins! Wir sind es bereits! Erkennen wir es an, erleben wir es, bekunden wir es!“. Er ging nicht näher darauf ein, was diese „Einheit“ zwischen Katholiken und anderen Christen bedeuten soll, aber es handelt sich sicherlich nicht um die Einheit in Glauben, Gottesdienst und der Leitung, wie sie traditionell von der Kirche verstanden wurde. Ich habe bereits einen Artikel zu diesem Thema verfasst.

Leo XIII. über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat

Im Jahr 1885 veröffentlichte Leo XIII. die Enzyklika „Immortale Dei“ über das Verhältnis zwischen Kirche und Staat.

„Ist nun aber in solcher Weise der Staat geordnet, so liegt es am Tage, dass er durch öffentliche Religionsübung seine so vielen und wichtigen Pflichten Gott gegenüber zu erfüllen hat. – Schon die Vernunft gebietet einem jeden, Gott einen heiligen und religiösen Dienst zu weihen; denn in seiner Hand stehen wir, von ihm sind wir ausgegangen, zu ihm sollen wir wieder zurückkehren. Dasselbe Gesetz gilt auch für die bürgerliche Gesellschaft. Denn auch in der Gesellschaft geeint sind die Menschen ebenso in Gottes Gewalt wie der Einzelne. Und hat der Einzelne Gott zu danken, so nicht minder auch die Gesellschaft, die durch ihn entstanden ist, die sein allmächtiger Wille schirmt und erhält, dessen Barmherzigkeit einen überfließenden Schatz von Gütern ihr gespendet hat. Wie es darum für einen jeden Sünde wäre, seine Pflichten Gott gegenüber zu vernachlässigen, und es unsere unerlässliche Aufgabe ist, unser Gemüt ganz von der Religion durchdringen lassen und auch durch unsern Wandel Zeugnis von ihr zu geben – nicht von jedweder beliebigen Religion, sondern von jener, die uns Gott geboten hat und deren Wahrheit gewisse, über jeden Zweifel erhabene Kennzeichen dartun-, ebenso wäre es auch von Seiten der Staaten ein Frevel, wollten sie sich derart benehmen, als ob es gar keinen Gott gäbe, oder die Religionsangelegenheiten als einen ihnen ganz fremden Gegenstand von sich weisen, oder von den verschiedenen Religionen eine oder die andere nach Belieben aufnehmen; auch für sie gibt es keine andere Art und Weise der Gottesverehrung, als jene welche Gottes Wille selbst vorgeschrieben hat. – Heilig sei daher den Fürsten Gottes Name; und dies sollen sie als eine ihrer wichtigsten Pflichten erachten, der Religion huldvoll sich zu erweisen, ihr wohlwollende Schirmherren zu sein, im Namen und kraft des Gesetzes sie zu verteidigen und in keiner Weise eine Bestimmung oder Entscheidung zu treffen, welche auf irgend eine Art sie versehen könnte.“ (Immortale Dei 6)

Im Gegensatz dazu schrieb Prevost in seiner ersten Enzyklika „Magnifica humanitas“ viele, viele Seiten über „Diplomatie“, „Dialog“ und „Multilateralismus“, erwähnte jedoch mit keinem Wort die Pflichten des Staates gegenüber Gott und der einzig wahren Religion.

Leo XIII. über heidnische Religionen

In der Enzyklika „Ad extremas“ schrieb Papst Leo XIII. über die Einrichtung von Priesterseminaren für einheimische Geistliche. Im Zusammenhang mit Indien beschrieb er den Hinduismus wie folgt:

„Dann gibt es noch Franz Xaver, der sich lange danach eifrig derselben lobenswerten Berufung widmete. Durch seine außergewöhnliche Beharrlichkeit bekehrte er Hunderttausende von Hindus von den Mythen und abscheulichen Aberglauben der Brahmanen zur wahren Religion. In die Fußstapfen dieses heiligen Mannes traten zahlreiche Priester, sowohl Weltpriester als auch Ordenspriester, die mit der Vollmacht und Erlaubnis des Heiligen Stuhls unermüdlich danach strebten, die christlichen Geheimnisse und Institutionen zu bewahren und zu fördern, die von Thomas eingeführt und von Xaver erneuert worden waren. Bis zum heutigen Tag setzen sie diese edlen Bemühungen fort; dennoch sind in den Weiten der Erde viele noch immer der Wahrheit beraubt und elend in der Finsternis des Aberglaubens eingekerkert!“

Obwohl Prevost, soweit ich weiß, nicht ausdrücklich über den Hinduismus sprach, ist er ein treuer Anhänger des Zweiten Vatikanischen Konzils, das in „Nostra aetate“ erklärte: „So erforschen im Hinduismus die Menschen das göttliche Geheimnis und bringen es in einem unerschöpflichen Reichtum von Mythen und in tiefdringenden philosophischen Versuchen zum Ausdruck und suchen durch aszetische Lebensformen oder tiefe Meditation oder liebend-vertrauende Zuflucht zu Gott Befreiung von der Enge und Beschränktheit unserer Lage.“ (Nostra aetate 2)

Papst Leo XIII. führte mit dem Dokument „Grande munus“ das Fest der Heiligen Kyrill und Methodius für die gesamte Kirche ein und erwähnt darin beiläufig, dass diese beiden Heiligen „das slawische Volk vom Untergang zur Erlösung geführt“ haben. (Grande munus 2)

Heidnische Religionen sind für ihre Anhänger „Finsternis“ und „Untergang“, und diese Menschen brauchen das Licht des Evangeliums.

Anglikanische Weihen

Eines der wichtigsten Dokumente von Leo XIII. ist „Apostolicae Curae“ aus dem Jahr 1896 über die Gültigkeit anglikanischer Weihen. Nachdem sich die Anglikaner von der Kirche losgesagt hatten, behielten sie viele äußere Zeichen bei. Ihre „Priester“ trugen weiterhin den römischen Kragen und priesterliche Gewänder, und sie wurden von einem „Bischof“ in bischöflichen Gewändern geweiht. Die Weihe erfolgte durch Handauflegung und ein Weihegebet.

Obwohl in der Kirche Einigkeit darüber herrschte, dass die anglikanische Weihe ungültig ist, gab es dennoch einige, die behaupteten, sie könnte gültig sein. Leo XIII. setzte eine Kommission zur Untersuchung dieser Angelegenheit ein und klärte die Frage schließlich in „Apostolicae Curae“.

„Daher halten wir uns in dieser Angelegenheit streng an die Dekrete unserer Vorgänger, der Päpste, bestätigen diese in vollem Umfang und erneuern sie sozusagen durch unsere Autorität; aus eigener Initiative und in voller Gewissheit verkünden und erklären wir, dass Weihen, die nach dem anglikanischen Ritus vollzogen wurden, absolut null und nichtig waren und sind.“ (Apostolicae Curae 36)

Der Grund dafür war, dass unter König Eduard VI. der Weihe-Ritus so stark verändert wurde, dass er ungültig wurde. Er erklärt, dass ein „Fehler in der Form und Intention“ (20) vorlag, da der Ritus so abgeändert wurde, dass er nur „Empfange den Heiligen Geist“ lautete, ohne dass das Ziel der Weihe – nämlich, dass der Mann zu einem Priester werde – ausdrücklich genannt wurde. Obwohl dies später hinzugefügt wurde, war die apostolische Sukzession bereits unterbrochen.

Unterdessen setzt Prevost die Tradition seiner Vorgänger aus der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil fort, und vermittelt öffentlich den Eindruck, dass beispielsweise der anglikanischer „Erzbischof von Canterbury“ ein gültiger Bischof sei. Er schrieb an Sarah Mullally, die erste weibliche „Erzbischöfin von Canterbury“:

„Indem ich den Herrn bitte, euch mit der Gabe der Weisheit zu stärken, bete ich darum, dass ihr euch im Dienst an euren Gemeinschaften vom Heiligen Geist leiten lasst und euch vom Beispiel Marias, der Mutter Gottes, inspirieren lasst.“

Das ist Gotteslästerung. Er betet zum Heiligen Geist, er möge einer Häretikerin in ihrem Amt beistehen, damit sie ihre Häresie fortsetzen kann, anstatt zu Ihm zu beten, dass Er ihr Herz für die Wahrheit erleuchten möge.

Leo XIII. über den Rosenkranz

Leo XIII. liebte den Rosenkranz so sehr, dass er elf (!) Enzykliken zu diesem Thema verfasste. Ich möchte hier einige Zitate anführen:

„In dem Bewusstsein, dass Hirten und Gläubige in Zeiten großer Prüfungen stets mit vollem Vertrauen Zuflucht bei der erhabenen Mutter Gottes gesucht haben, in deren Händen alle Gnaden liegen, und in der Gewissheit, dass die Verehrung der Rosenkranz-Madonna für die Bedürfnisse dieser Zeit höchst angebracht ist, haben Wir den Wunsch gehegt, diese Verehrung überall wiederzubeleben und sie weit und breit unter den Gläubigen der Welt zu verbreiten.“ (Vi e ben noto 1)

Er verteidigt den Titel „Mediatrix“, dass Maria gegeben wird:

„Und wer könnte glauben oder behaupten, dass das so stark empfundene Vertrauen in die Fürsprache und den Schutz der Heiligen Jungfrau übertrieben sei? Zweifellos gehören der Name und die Eigenschaften des einzigen Mittlers niemand anderem als Christus, denn als eine Person, und doch zugleich Mensch und Gott, hat er das Menschengeschlecht wieder in die Gnade des himmlischen Vaters zurückgeführt: ein einziger Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Erlösungsopfer für alle hingegeben hat (1Tim 2,5–6). Und doch gibt es, wie der Engelhafte Doktor lehrt, keinen Grund, warum bestimmte andere nicht in gewisser Weise als Mittler zwischen Gott und den Menschen bezeichnet werden sollten, das heißt insofern, als sie mitwirken, indem sie die Vereinigung des Menschen mit Gott vorbereiten und fördern (Summa, p. 111., q. xxvi., Artikel 1, 2). Dies sind die Engel und Heiligen, die Propheten und Priester beider Testamente; doch besonders die selige Jungfrau hat Anspruch auf die Ehre dieses Titels. Denn es ist kein einziger Mensch vorstellbar, der jemals so viel zur Versöhnung des Menschen mit Gott beigetragen hat oder jemals beitragen wird. Sie bot der Menschheit, die dem ewigen Untergang entgegenlief, einen Erlöser an, und zwar in jenem Augenblick, als sie die Verkündigung des Geheimnisses des Friedens empfing, das der Engel auf diese Erde gebracht hatte, mit jenem bewundernswerten Akt der Zustimmung im Namen der gesamten Menschheit (Summa, Teil III, Frage 30, Artikel 1). Aus ihr ist Jesus geboren; sie ist daher wahrhaftig seine Mutter und aus diesem Grund eine würdige und annehmbare ‚Mittlerin [Mediatrix] des Mittlers [Mediator]‘.“ (Fidentem piumque animum 3)

Tucho Fernández, der Präfekt des „Dikasteriums für die Glaubenslehre“, sprach sich gegen den Titel „Mediatrix“ aus.

„Angetrieben also von dem beständigen Wunsch, dass die Christen stets von der Wirksamkeit und Würde des Rosenkranzes der Muttergottes überzeugt sein mögen, haben Wir zunächst darauf hingewiesen, dass der Ursprung dieser Gebetsform eher göttlicher als menschlicher Natur ist, und dargelegt, dass es sich um einen bewundernswerten Kranz handelt, der aus dem Engelgruß und dem Vaterunser, verbunden mit Meditation, gewoben ist, und dass diese Gebetsform äußerst kraftvoll und besonders wirksam ist, um das ewige Leben zu erlangen. Denn neben der besonderen Vorzüglichkeit der Gebete bietet er einen mächtigen Schutz für den Glauben und eindrucksvolle Vorbilder der Tugend in den zur Betrachtung vorgeschlagenen Geheimnissen. Wir haben auch gezeigt, wie einfach diese Andacht ist und wie gut sie für das Volk geeignet ist, da sie durch die Betrachtung der Heiligen Familie in Nazareth ein absolut vollkommenes Vorbild des häuslichen Lebens bietet, und dass die Christenheit daher stets ihre heilsamen Wirkungen erfahren hat.“ (Diuturni temporis 3)

Prevost gibt zwar ein Lippenbekenntnis zum Rosenkranz. In einer Rede in Pompeji sagte er: „Mit der Wahl des Namens Leo trete ich in die Fußstapfen von Leo XIII., der neben seinen anderen Verdiensten auch ein umfangreiches Lehramt zum Heiligen Rosenkranz entwickelt hat.“

Leo XIII., der „Verschwörungstheoretiker“

Schließlich lässt sich sagen, dass Leo XIII. ein „Verschwörungstheoretiker“ war. Er verfasste vier (!) Enzykliken zum Thema Freimaurerei: Humanum Genus (1884), Dall’alto dell’apostolico seggio (1890), Custodi di quella fede (1892), Inimica vis (1892). Ein Zitat genügt als Beispiel:

„Jeder sollte Vertrautheit oder Freundschaft mit Personen vermeiden, die im Verdacht stehen, der Freimaurerei oder ihr nahestehenden Gruppen anzugehören. Erkennt sie an ihren Früchten und meidet sie. Jede Vertrautheit sollte vermieden werden, nicht nur mit jenen gottlosen Libertinen, die offen den Charakter der Sekte propagieren, sondern auch mit jenen, die sich hinter der Maske der universellen Toleranz, der Achtung aller Religionen und dem Bestreben verstecken, die Maximen des Evangeliums mit denen der Revolution in Einklang zu bringen. Diese Männer versuchen, Christus und Belial, die Kirche Gottes und den gottlosen Staat miteinander zu versöhnen.“ (Custodi di quella fede 15)

Prevost hingegen prangerte in einigen seiner Reden „Fake News“ (eindeutig ein Hinweis auf die „Verschwörungstheorien“) an, die seiner Meinung nach ein „Geschrei“ sind, das den „Dialog“ ersetzt. (Link)

Fazit

„Leo XIV.“ tritt keineswegs in die Fußstapfen von Leo XIII., wie er zu unterstellen versucht.