Das problematische neue Klimadokument der Internationalen Theologischen Kommission

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Die „Internationale Theologische Kommission“ hat ein neues Dokument veröffentlicht. Der Titel: „’Prendersi cura della nostra Casa comune’: Risposta responsabile e fraterna al Dio trinitario“. Auf Deutsch: „’Für unser gemeinsames Haus sorgen’: Eine verantwortungsvolle und brüderliche Antwort auf den dreifaltigen Gott“. Das Dokument existiert nur auf Italienisch auf der Webseite des Vatikan.

In diesem Artikel werde ich über ein Paar Aspekte des Dokuments schreiben, nicht das gesamte Dokument analysieren. Das Dokument wurde maschinell übersetzt und vom Author korrigiert.

Die anderen Religionen

Im Dokument gibt es eine Auflistung von verschiedenen Religionen, und der Versuch, von diesen Religionen einen gemeinsamen Auftrag zum Klimaschutz zu konstruieren.

Im Abschnitt zum Buddhismus heißt es:

„137. [Buddhismus]. Die buddhistische Tradition fordert einen tiefen Respekt vor allen Lebewesen und lädt dazu ein, ihnen mit Mitgefühl und liebevoller Güte zu begegnen. Es wird berichtet, dass der Buddha bei seiner Erleuchtung tatsächlich die radikale Verbundenheit aller Naturphänomene wahrgenommen habe: eine Erfahrung, die ihn in gewisser Weise der Wahrnehmung der kosmischen Brüderlichkeit und Schwesternschaft näherbringt, wie sie der heilige Franz von Assisi erlebt hat und die in „Laudato si’“ aufgegriffen und vertieft wird.“

Erst letzte Woche habe ich einen Artikel zum 800. Jahrestag des Todes des Heiligen Franz von Assisi auf der Seite veröffentlicht. Es ist völlig klar von den damaligen Quellen, wie etwa der Biographie des Heiligen Franziskus von Thomas von Celano, dass Franziskus ein überzeugter Katholik war und immer wieder vor der Hölle warnte. Er traf sich mit Sultan Al-Kamil, um zu ihm über den katholischen Glauben zu predigen. Er hätte sofort protestiert, hätte man ihm eine Nähe zu einer heidnischen Religion behauptet.

Nach der Besprechung der verschiedenen Religionen kommt diese Schlussfolgerung:

„Die religiösen Traditionen, die die Existenz eines Schöpferprinzips anerkennen, jede auf ihre eigene Weise, betonen die grundlegende Bedeutung der Beziehung zu Gott und zur Schöpfung. Es liegt auf der Hand, dass Mitgefühl und Fürsorge gegenüber der Schöpfung – oder gegenüber der bestehenden Welt, sofern kein Schöpfungsbegriff vorhanden ist – nicht von der barmherzigen Zuwendung zum Nächsten getrennt werden können.”

Prevost und den anderen im Vatikan ist in den Sinn gekommen, dass einige andere Religionen gar nicht an einen Schöpfungsakt glauben. Hindus z.B. glauben nicht an einen Schöpfungsakt, sondern an wiederkehrende Zyklen.

Also wird nun selbst der Ausdruck „Schöpfung“ aus dem Fenster geworfen, wenn nötig, um den falschen Religionen noch ein bisschen weiter entgegenzukommen.

„Mit unterschiedlichen Nuancen und Ausprägungen betonen die verschiedenen Traditionen, die die Vorstellung eines transzendenten Schöpfers vertreten, die entscheidende Rolle der drei grundlegenden Beziehungen für die volle Entfaltung des menschlichen Lebens und für das Wohl des Planeten. Viele dieser Aspekte sind in ihrem ethischen Kern mit der christlichen Sichtweise vereinbar.“

Die falschen Religionen können zwei Arten von Wahrheiten enthalten: Wahrheiten des Naturrechts (z.B. Mord ist unmoralisch) oder Fragmente der göttlichen Offenbarung (z.B. Moses war ein Prophet). Aber diese wenigen wahren Elemente sind nicht in einem luftleeren Raum, sondern werden mit vielen, vielen falschen Elementen vermischt und bilden so eine falsche Religion.

„Aus Sicht des christlichen Glaubens stehen daher die Türen offen für eine interreligiöse Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Aufgabe der respektvollen Bewahrung der gesamten Schöpfung, im Dienst des Gedeihens des Lebens und der Gemeinschaft mit dem Transzendenten, das der Ursprung und die Grundlage allen Lebens ist.“

Es mag sein, dass die anderen Religionen irgendwelche Wahrheiten zum Thema „Bewahrung der Schöpfung“ enthalten. Allerdings ist eine „interreligiöse Zusammenarbeit“ nicht die Aufgabe der Kirche. Die Lösung ist einfach: Die Katholische Kirche kann gleichzeitig Politiker mahnen, ethische Prinzipien einzuhalten, und das Evangelium verkünden.

Und hier gibt es ein größeres Problem. Gott wird in dem Dokument mit dem „Transzendenten“ ersetzt. Das Wort wird auch im italienischen Original mit Großbuchstaben geschrieben. Das ist ein Begriff, mit dem keine Religion etwas auszusetzen hat, denn alle Religionen handeln vom übernatürlichen. Aber wenn man selbst die Existenz Gottes als verhandelbar darstellt, ist das ein neuer Tiefpunkt.

Es ist wird immer schwieriger von der Hand zu weisen, dass man in der großen Apostasie vor dem Antichristen lebt.

Panentheismus

Ein besorgniserregender Teil des Dokuments bezieht sich auf die Sicht der Welt und das Verhältnis Gottes zu der Welt.

Die Kirche hat schon immer gelehrt, dass Gott ein reiner Geist ist, die Welt völlig übersteigt und separat von ihr ist. Das Erste Vatikanische Konzil drückt es so aus:

„Die heilige katholische apostolische römische Kirche glaubt und bekennt, daß Ein wahrer und lebendiger Gott ist, Schöpfer und Herr Himmels und der Erde, allmächtig, ewig, unermeßlich, unbegreiflich, an Verstand und Willen sowie an jeglicher Vollkommenheit unendlich; Der, weil Er Eine, einzeln bestehende, durchaus einfache und unveränderliche geistige Substanz ist, als in der Wirklichkeit und Wesenheit von der Welt unterschieden bekannt werden muß, als in Sich und aus Sich unendlich selig, als unaussprechlich erhaben über Alles, was außer Ihm ist und gedacht werden kann.

Dieser einzige wahre Gott hat durch Seine Güte und allmächtige Kraft, nicht um Seine Seligkeit zu vermehren, noch um Seine Vollkommenheit zu erlangen, sondern um dieselbe durch die Güter, welche Er den Geschöpfen zutheilt, zu offenbaren, aus freiestem Willendentschlusse zugleich mit Anfang der Zeit die zweifache Creatur aus Nichts erschaffen, die geistige und körperliche, die der Engel nämlich und die der Welt, und dann die menschliche, welche gleichsam als eine gemeinsame aus Geist und Körper besteht.“ (Dei Filius, hier)

Das Dokument spricht über andere Sichtweisen: Immanentismus, Panentheismus und Pantheismus. Immanentismus ist die Idee, dass es keinen Gott unabhängig von der Welt gibt, und Pantheismus besagt, dass der gesamte Kosmos Gott ist. Das Dokument lehnt zwar den Immanentismus und den Pantheismus ab, stellt jedoch den Panentheismus als mögliche Alternative dar, ohne ihn zu verurteilen:

„Andere philosophische Strömungen und ein Teil der zeitgenössischen Theologie neigen eher zum Panentheismus. Nach dieser Sichtweise existiert die Welt in Gott, während Gott sie zugleich transzendiert. Im Gegensatz zum klassischen Theismus, der oft die Unterscheidung zwischen Gott und der Schöpfung betont, und zum Pantheismus, der Gott mit der Welt gleichsetzt, verbindet der Panentheismus die göttliche Immanenz und Transzendenz. Diese Perspektive bietet einen Interpretationsrahmen, um zu verstehen, wie Gott in jedem Aspekt der Wirklichkeit innig gegenwärtig sein kann, ohne diese zwanghaft zu bestimmen. Gott eröffnet in seiner unentgeltlichen Barmherzigkeit einen Raum für eine Schöpfung, die sich wirklich von ihm unterscheidet, während er zugleich weiterhin deren tragende Grundlage bleibt.“

Fasten wird umdefiniert

Das Dokument definiert Fasten um: Jetzt geht es um die Senkung des Ressourcenverbrauchs auf dem Planeten.

„124. Auch wenn das Fasten in vielen religiösen Traditionen praktiziert wird,[197] legt die derzeitige Situation der Übernutzung unseres Planeten uns allen die moralische Pflicht auf, den Konsum und die Ausbeutung der Ressourcen freiwillig einzuschränken, insbesondere in den reichen Ländern. Wir sind uns weltweit noch nicht bewusst geworden, dass wir in einer Welt mit endlichen und begrenzten Ressourcen leben (LS 56).“

In der 2000-jährigen Tradition der Kirche ging es beim Fasten um die Abtötung des Körpers und um Buße für Sünden. Kein einziges Mal wurde suggeriert, dass Fasten etwas mit dem Ressourcenverbrauch zu tun hat.

Der heilige Franz von Sales schreibt in seinem bekannten Buch „Philothea“, einer Anleitung fürs geistliche Leben für Laien:

„Denn ausser dem, daß das Fasten das Gemüth zu Gott erhebt, das Fleisch niederdrückt, die Ausübung der Tugend erleichtert, und unsere Verdienste vermehrt; so ist es ein an und für sich selbst grosser Nutzen, wenn man die Unmäßigkeit im Essen und Trinken Nabe, die sinnliche Lust und Begierde überwältigen, und den Leib dem Geiste unterthänig machen kann. Und wenn man auch gleich nicht viel fastet; so fürchtet sich doch unser Feind allzeit mehr, wenn er weis, daß wir fasten können.“ (S. 240)

Eucharistie

„108. [Die Eucharistie als ökologische Schule]. Aus der Eucharistie entspringt eine Spiritualität, die die ökologische Umkehr, die wir als Menschheitsfamilie so dringend vollziehen müssen (vgl. LS 236), stützen und fördern kann. In ihr erkennen wir in der Natur die Gaben Gottes.“

Die Eucharistie ist etwas ganz anderes als eine „ökologische Schule“. Ich zitiere hier John Laux, einen amerikanischen Priester und Religionslehrer aus seinem Buch „Mass and the Sacraments“:

„Die Messe ist ein wahres Opfer, da sie alle Voraussetzungen erfüllt, die für ein echtes Opfer erforderlich sind:

a) Das Opfer ist Jesus Christus selbst unter den Gestalten von Brot und Wein;

b) Die Darbringung erfolgt bei der Wandlung, wenn Christus auf die Worte des Priesters: ‚Das ist mein Leib – Das ist mein Blut’ auf dem Altar unter den getrennten Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig wird. Die getrennten Gestalten versinnbildlichen den Tod Christi, die Trennung seines Blutes von seinem Leib;

c) Durch diese vollkommenste Opfergabe wird Gott auf vollkommenste Weise angebetet und geehrt, und die Früchte des Kreuzesopfers werden unseren Seelen zuteil.“ (S. 54)

Und später schreibt er:

„Es gibt vier Dinge, die wir als Geschöpfe Gott schulden: Anbetung, Sühne für die Sünden, Dank für empfangene Gnaden und Fürbitte. Dies waren die Ziele, für die die Opfer des Alten Gesetzes dargebracht wurden; sie müssen auch die Ziele des Messopfers sein, das an die Stelle der Opfer des Alten Gesetzes getreten ist. […] Das Messopfer, das mit dem Opfer am Kreuz identisch ist, ist in besonderer Weise ein Sühneopfer. Als solches erwirkt es uns gemäß der Lehre der Kirche die Gnade der Umkehr und der Reue zur Vergebung unserer Sünden sowie den Erlass der zeitlichen Strafe, die wir dafür verdienen.“ (S. 62)

Ich könnte noch mehr Zitate teilen, doch das würde den Rahmen dieses Artikels sprengen.

„Der Verstand öffnet sich für die Offenbarung Gottes in der Schöpfung. Die Natur offenbart ihre ihr innewohnende epiphanische Dimension.“

Das Wort „Epiphanie“ bedeutet eine Erscheinung Gottes. „Epiphanie“ ist auch ein Feiertag am 6. Januar, wo wir den Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland feiern.

Wenn das Dokument behauptet dass die Natur eine „epiphanische Dimension“ hat, dann suggeriert es, dass die Natur irgendwie göttlich ist.

„Es sind Gaben, die wir zum Leben brauchen, angefangen bei der Nahrung. Doch die materielle Nahrung erhält ihre volle Bedeutung erst dann, wenn sie weder isoliert noch der Nahrung gegenübergestellt wird, die den Geist nährt. Deshalb schränkt eine rein instrumentelle Sichtweise auf die Schöpfung unsere Menschlichkeit ein und verarmt sie. Die Eucharistie ist ein Festmahl der Gemeinschaft, ein gemeinsamer Tisch, an dem wir teilhaben. Deshalb stärkt sie die Gemeinschaft.“

Der Protestantismus lässt grüßen. In Wirklichkeit ist die Eucharistie ein heiliges Opfer, die der Priester „in persona Christi“ Gott darbringt. Es ist die unblutige Erneuerung des Kreuzesopfers.