Letzte Ölung

Christian Preparedness Guides Teil 4

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Obwohl dies nicht direkt mit der christlichen Vorbereitung auf Krisensituationen zusammenhängt, halte ich es dennoch für angebracht, über das Sakrament der Letzten Ölung. Letzte Ölung (heute „Krankensalbung” genannt) ist ausdrücklich in der Bibel enthalten:

„Ist jemand unter euch krank, so rufe er die Priester der Kirche, und sie sollen über ihn beten, indem sie ihn mit Öl salben im Namen des Herrn; so wird das Gebet des Glaubens dem Kranken zum Heile sein, und der Herr wird ihn aufrichten; und wenn er in Sünden ist, werden sie ihm nachgelassen werden.“ (Jakobus 5,14-15)

Die Ältesten (Presbyter) sind natürlich die Priester der Kirche.

Der Katechismus des heiligen Pius X. lehrt:

„Frage: Was sind die Wirkungen der Letzten Ölung?
Antwort: Das Sakrament der Letzten Ölung hat folgende Wirkungen: (1) Es vermehrt die heiligmachende Gnade; (2) es vergibt die lässlichen Sünden und auch die schweren Sünden, die der Kranke, wenn er reuig ist, nicht beichten kann; (3) es nimmt die Schwäche und Trägheit weg, die auch nach der Vergebung noch bestehen bleiben; (4) es gibt Kraft, die Krankheit geduldig zu ertragen, Versuchungen zu widerstehen und heilig zu sterben; (5) Es hilft uns, die Gesundheit des Körpers wiederherzustellen, wenn es zum Wohl der Seele ist.“

Katholiken, die schwer krank sind, können und sollten dieses Sakrament empfangen. Das Sakrament ist nicht für Menschen mit einer leichten Erkrankung gedacht, sondern nur für diejenigen, deren Krankheit schwerwiegend ist. Personen, die in Lebensgefahr schweben, jedoch nicht aufgrund einer Krankheit, können es nicht empfangen.

Der Patient sollte dieses Sakrament nicht aufschieben, weil er glaubt, dass er sterben wird, wenn er es empfängt. Wenn es Gottes Wille ist, kann das Sakrament zur Genesung beitragen. Wenn sich der Zustand des Kranken verbessert und später wieder verschlechtert, kann die Person das Sakrament erneut empfangen.

Als Nächstes werde ich mich damit befassen, was man tun kann, um sich auf den Besuch des Priesters vorzubereiten. Ich werde dazu die kleine Broschüre „Die letzten Dinge” des deutschen Priesters Martin Ramm FSSP zitieren.

PRAKTISCHE HINWEISE FÜR ANGEHÖRIGE

Wenn ein Angehöriger ernstlich erkrankt, soll man möglichst frühzeitig den Priester rufen. So erweist man dem Kranken einen Liebesdienst. Wer dies aus falscher ‚Rücksicht’ unterlässt oder so lange wartet, bis der Kranke das Bewusstsein verloren hat, lädt eine schwere Verantwortung auf sich. Die Erfahrung zeigt, dass nichts einen Kranken besser beruhigen kann als der Empfang der heiligen Sakramente.

Schon wenn man den Priester ruft, sage man ihm, wie der Zustand des Kranken ist, ob er sich bei Bewusstsein befindet und ob er schlucken kann.

Im Krankenzimmer

Man sollte nach Möglichkeit das Zimmer gut lüften. Neben das Krankenbett stellt man einen Stuhl für den Priester. In der Nähe des Bettes richtet man für den Kranken gut sichtbar einen weißgedeckten (möglichst nicht zu niedrigen) Tisch. Auf dem Tisch muss vorn genügend Platz für das Allerheiligste sein. Hinten steht zwischen zwei brennenden Kerzen ein Kruzifix, davor ein Schälchen mit Weihwasser und ein kleiner Teller mit fünf Wattebäuschen. Für die Reinigung der Finger nach der Krankensalbung stellt man ein Glas mit Trinkwasser, ein Schälchen mit Salz und ein kleines Handtuch bereit.

Wird nur die Krankenkommunion, aber nicht die heilige Ölung gespendet, braucht man den Teller mit Watte, das Salz und das Handtuch nicht.

Den Priester erwarten

Wenn der Kranke den Priester erwartet, möge er sich bemühen, dem Heiland einen möglichst würdigen Empfang zu bereiten. Der Priester sollte im Krankenzimmer eine ehrfürchtige Atmosphäre von gläubiger Erwartung und geistiger Sammlung finden. Genau wie es in der Kirche selbstverständlich ist, heiliges Schweigen zu bewahren und nicht zu plaudern, so soll es auch im Krankenzimmer sein, denn es wird in diesem Moment gleich­sam zum Tempel und zum Ort besonderer Gottesnähe.

Empfang der Krankensakramente

Es ist sehr schön und wünschenswert, wenn möglichst die ganze Familie der Spendung der Sakramente beiwohnt und klar und deutlich die Antworten gemeinsam gibt. Wenn der Priester mit dem Allerheiligsten kommt, sollten die Kerzen schon brennen. Bei seinem Eintritt in das Krankenzimmer knien alle ehrfürchtig nieder. Wenn der Kranke zu beichten wünscht, verlassen sie für diese Zeit den Raum. Unterdessen beten sie für den Kranken. Sobald der Priester die Tür öffnet, kommen alle wieder herein und wohnen kniend der heiligen Handlung bei.

Nach der Spendung der heiligen Sakramente

Nachdem der Priester wieder gegangen ist, sollte man den Kranken eine Weile zur Danksagung allein lassen. Dann erst wird der Tisch abgedeckt. Die bei der heiligen Ölung benützte Watte wird verbrannt. Das Wasser und das Salz gibt man im Garten in die Erde.